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Die Verantwortung der Mitarbeiter in den Firmen
Eine von den vielen Anforderungen für die heutigen Mitarbeiter ist: Er soll selbst Entscheidungen treffen können und eigenverantwortlich arbeiten. Eigenverantwortliches Arbeiten ist gesucht.
Unsere Mitarbeiter sollen unternehmerisch denken und handeln.” Diese Aussage hört man oft von Unternehmensführern. Das bedeutet eigentlich Eigenverantwortung und Risikobereitschaft. Doch genau diese Eigenschaften zeigen Mitarbeiter oft nicht. Viele blicken bei ihrer Arbeit nicht über den Rand ihres Schreibtischs hinaus und haben Angst vor dem Risiko und vor Fehlern. Das hat der Göppinger Unternehmensberater Kurt Georg Scheible herausgefunden. Viele Betriebe, Firmen und Unternehmen erwarteten von ihren Mitarbeitern erst mal, dass sie die ihnen übertragenen Aufgaben erfüllen und selbstständig erfüllen können. Das taten sie dann auch. Ungewohnt ist es deshalb für viele “am Arbeitsplatz eigenständig Entscheidungen zu treffen”, sagt Hans-Werner Bormann von der WSFB-Beratergruppe, Wiesbaden: “Schließlich nahmen ihnen das Entscheiden in der Vergangenheit ihre Chefs ab.” Entsprechend hilflos reagieren viele Mitarbeiter, wenn von ihnen plötzlich gefordert wird: Entscheide selbst!
Viele junge Führungskräfte zeigen im Arbeitsalltag “ein wenig risikobereites Verhalten”, stellt Georg Kraus vom Bruchsaler Beratungsunternehmen Dr. Kraus & Partner fest. Auch sie übernehmen meist schnell die Verhaltensmuster der “alten Hasen”. Die Ursache laut Kraus: “Im Arbeitsalltag sammeln sie meist rasch die Erfahrung: Eigenverantwortliches Arbeiten wird zwar propagiert, doch wenn ich zu viel davon zeige, wird dies sanktioniert. Das berufliche Fortkommen fördert es nicht. Wenn ich mich zu oft in fremde Sachen einmische, gelte ich als nicht teamfähig und schwer integrierbar. Und treffe ich Fehlentscheidungen, stehe ich schnell am Pranger.”
Dass selbst Führungs(Nachwuchs)kräfte diese Erfahrung machen, liegt für Roland Jäger auch daran, “dass es vielen Unternehmensführern vor der Vorstellung, viele kleine Unternehmer in der eigenen Organisation zu haben, graut”. Der Managementtrainer aus Wiesbaden hat festgestellt, dass sie befürchten, das Unternehmen dann nicht mehr kontrollieren und steuern zu können. Sie haben verinnerlicht: Führung muss auf dem hierarchischen Prinzip sein: Wer oben ist, hat das Sagen, wer unten ist, muss machen, was gesagt wird. Auf solchen Unternehmen muss jemand (Mitarbeiter), der nicht gehorsam war, bestrafft werden. Denn dies stellt nach Auffassung so manches Managers seine Entscheidungskompetenz und Macht infrage.
Viele Vorgesetzte betrachten es auch als ihr Privileg, über die Weitergabe von Informationen zu entscheiden. Und glauben, es sei ihr Recht, in das Tagesgeschäft ihrer Mitarbeiter hineinzuregieren. Dabei müsste die Forderung nach mehr Eigenverantwortung eigentlich mit einem Rückzug des Vorgesetzten aus dem Tagesgeschäft verbunden sein. Wenn unternehmerisches Denken und Handeln in einer Organisation verankert werden sollen, ist deshalb auch ein Umdenken in den Chefetagen nötig, sagt Kurt Georg Scheible. Doch viele Personalentwicklungskonzepte setzen den Fokus einseitig auf die Mitarbeiter: “Übersehen wird, dass auch Vorgesetzte die Fähigkeit entwickeln müssen, Mitarbeiter unternehmerisch denken und handeln zu lassen!” Eigenverantwortliches Arbeiten der Mitarbeiter sei auch eine Frage der Unternehmens- und Führungskultur.
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