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Die Branche der Nano- und Biotechnologie in Deutschland

17. Februar 2011

Die Branche der Nano- und Biotechnologie ist in den vergangenen 15 Jahren deutschlandweit stark gewachsen. Zwischen den Jahren 1996 und 2009 erwirtschafteten deutsche Biotechnologieunternehmen einen Umsatz von rund 1,7 Mrd. Euro (1996: 300 Mio. Euro; 2009: 2 Mrd. Euro). Das jährliche Wachstum der biotechnologischen Branche erreichte 9% und ist damit viel höher als das des Chemie- und Pharmaziesektors. Im vergangenen Jahr flossen in die Biotechnologieunternehmen mit so viel Geldmittel (591 Mio. Euro) wie noch nie.

Das 2007 gegründete Unternehmen Nanohale AG mit dem Sitz in Dortmund gilt in der Branche als Innovationsführer und zeichnet sich durch seine internationalen Kontakte aus. Im Dezember 2010 hat die Nanohale AG als einziges biotechnologisches Unternehmen der vergangenen Jahre den Weg an die Börse gewagt. Schon im September wurde die deutsche Biotechnologiewirtschaft aufmerksam, als die russische staatliche Technologieholding Rostechnologii ein Memorandum zur Gründung eines Joint-Ventures mit dem nicht großen Unternehmen Nanohale AG unterzeichnete. Mit der Gründung verpflichtet sich Rostechnologii die Realisierung von fünf Entwicklungsprojekten mit einem initialen Finanzierungsvolumen von $40 Mio. zu unterstützen. Bis 2013 soll das Verfahren bereit für den Endkunden sein. “Bereits während der Zulassungszeit erzielen wir Erlöse”, sagt Nanohale-Vorstand Dr. Friedrich Steinweg. Das Joint-Venture soll die Nanohales Börsenwerte kräftig in die Höhe treiben.

Die Unterzeichnung des Vertrags zwischen Nanohale AG und dem Tochterunternehmen der Holding Rostechnologii symbolisiert den Anfang der deutsch-russischen Zusammenarbeit. “Die Entwicklungsprojekte der Nanohale AG gelten als Leuchtturmprojekte für die engere Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern und werden von der russischen Regierung prioritär behandelt”, sagt Prof. Dr. Andrey V. Zverev, Gesandter und Leiter des Handels- und Wirtschaftsbüros der Botschaft der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland. Das Ziel ist, marktgängige Medikamente über wirkstoffbeladene, bioabbaubare Nanocarrier und Nanoprodukte nasal anwendbar, wirksamer und verträglicher zu machen. “Wir konzentrieren uns hierbei auf zugelassene Wirkstoffe, für die es keine Alternativen, oder in puncto Bioverfügbarkeit nur stark verbesserungswürdige, Darreichungsformen gibt”, sagt Nanohale-Vorstand Dr. Nicolas Combé. Das wichtigste Ziel ist die Verbesserung der Anwendung des Proteohormons Insulin. Anstatt ihn zu spritzen, wird er über die Nase aufgenommen. Das Unternehmen forscht derzeit mit Nanocarriern als Wirkstofflieferant, damit aus der Spritze ein Nasenspray wird.

Auf dem deutschen Biotechnologie- und Nanotechnologiemarkt herrscht Bewegung. Die staatliche Förderung von Nanotechnologieforschung zeigt eine erhöhte Aufmerksamkeit auf Nano- und Biotechnologieunternehmen. Laut Bundesregierung sollen bis 2015 jährlich rund 400 Mio. Euro fließen, unter anderem in der Forschungsförderung, in Hilfen für Kleinbetriebe und Gründer. “Die technologische Leistungsfähigkeit und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft werden maßgeblich von der Nanotechnologie geprägt,” erklärt Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Künftig dürften auch institutionelle Investoren das große Potenzial des Biotechnologie- und Nanotechnologiemarktes entdecken und für ihre Fondsstrukturen attraktive Einstiegsmöglichkeiten suchen. Die Finanzexperten von Börse Online sagen der Nanohale AG jetzt schon gute Gewinnerwirtschaftung voraus.

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