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Festangestellte und Leiharbeiter in Deutschland

07. September 2009

Leiharbeit ist für viele Arbeitslose eine Möglichkeit wieder in die Arbeit zu finden. Jedoch sind die Gewerkschaften mit solcher 2-Klassen–Mentalität nicht einverstanden, vor allem was den Lohn betrifft. Aber es gibt nicht nur negative Beispiele.
So ist die Auftragslage im Mercedes-Werk in Wörth ausgezeichnet und das Unternehmen kann sich erlauben, neben 11 000 fest angestellten Arbeitern 900 Leiharbeiter einzustellen. Diesen Leiharbeitern geht es gut, denn sie bekommen den gleichen Stundenlohn wie ein fest angestellter Arbeiter.
Leiharbeit hat aber nicht ohne Grund einen schlechten Ruf. In Deutschland gibt es schon 750 000 Zeitarbeiter und die Zahl steigt. Nachdem im Jahr 2004 die Leiharbeit im Zuge der Hartz-Gesetze dereguliert wurde, ist die Zahl der Leiharbeiter zwei Mal größer geworden. Nach Schätzung des Chefs des Deutschen Gewerkschaftsbundes Michael Sommer arbeiten im Lohn-Dumping-Bereich etwa 20% der Beschäftigten und manche von ihnen bekommen einen Lohn unter fünf Euro. Außerdem behandeln manche Unternehmen dieLeiharbeiter als Arbeiter zweiter Klasse. So wurden Schutzausrüstungen oder Essenmarken oft nicht gestellt, Kündigungsfristen nicht eingehalten und Schichtzuschläge häufig nicht ausgezahlt. Einige Unternehmen setzen, um zu Kosten zu sparen, Leiharbeiter als Fachkräfte ein, registrieren sie aber als Helfer.
Eine schlechte Erfahrung mit Zeitarbeit hat der 47-jährige gelernte Drucker Werner H. gemacht. Er empfindet Leiharbeit als „moderne Sklaverei“. Werner wurde von seiner Zeitarbeitsfirma an ein Unternehmen vermittelt, wo er Lampen verpacken musste, für 7 Euro pro Stunde, während Festangestellte das Doppelte bekamen. Nachdem drei Monate später ein Bandscheibenvorfall geschah, warf die Zeitarbeitsfirma Werner H. raus und jetzt ist er arbeitslos.
Helfried D. hatte mehr Glück, er hat einen neuen Job bei Mercedes in Wörth als Monteur gefunden. Er hat sich zuerst als Festangestellter beworben, wurde aber aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt. Er wurde für Schichtarbeit als ungeeignet anerkannt. Aber dank dem gemeinnützigen Personaldienstleiter Gabis GmbH, der ihn an Mercedes vermittelte, kann Helfried im Mercedes Werk im Schichtdienst arbeiten. Mit einem Stundenlohn von 16 Euro bekommt er genauso viel wie andere Mitarbeiter. Dass Helfried kein Weihnachtsgeld und keine Altersvorsorge bekommt, stört ihn nicht besonders. „Hauptsache ich habe Arbeit“, sagt er. Auch das Arbeitsklima zwischen Festangestellten und Leiharbeitern im Vergleich mit anderen Betrieben ist sehr gut.
Nach Ansicht des Mercedes-Werkleiters Martin Daum ist Einsatz von Leiharbeiter sehr wichtig. Mit ihrer Hilfe kann das Unternehmen flexibel auf Schwankungen der Auftragslage reagieren und gleichzeitig die Stammbelegschaft sichern. Denn bei Mercedes besteht für die Zeitarbeiter die Möglichkeit, fest angestellt zu werden. Immerhin wurden seit 2003 von 2800 Leiharbeitern 1700 fest angestellt.

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