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Apotheken suchen qualifizierte Mitarbeiter

15. Juni 2010

Arzneimittelhersteller und Apotheken sind auf der Suche nach Nachwuchskräften. Wer eine Karriere in der Industriebranche oder sich selbstständig machen will, sollte die jungen Berufsanfänger im Voraus im Studium stellen.

Die 1000 deutschen Pharmaunternehmen produzierten im Jahr 2006 Erzeugnisse im Wert von 23,7 Mrd. Euro, das ist ein Plus von 4,4% gegenüber 2005. Der Wert der Pharmaproduktion hat um ca. 30% zugenommen. Die größten Arbeitgeber der Pharmabranche sind Sanofi-Aventis, Roche, Merck und Bayer-Schering Pharma. Bundesweit arbeiten rund 55.500 Pharmazeuten.

Es gibt einiges, was die Pharmazie-Studenten beachten sollten: “Einsteiger ohne Berufserfahrung haben es heute in allen Disziplinen schwer”, sagt Martin Lang, Experte für Pharma-Jobs bei der Personalvermittlung Kelly Scientific in Köln. Nicht alle Studenten sind frei von Risiken und Nebenwirkungen. Wer einen gut bezahlten Job in einem der pharmazeutischen Unternehmen haben will, muss früher Erfahrung im Pharmabereich sammeln, besser schon in den Semesterferien.

Immer mehr Absolventen entscheiden sich für eine Promotion- in den letzten 6 Jahren stieg der Doktorenanteil von 10 auf 15%. “Für den klassischen Einstieg als Laborant in der Forschung und Entwicklung ist eine Promotion zwar von Vorteil, allerdings nur, wenn das Thema stimmt”, sagt Lang. Von Vorteil wären z.B. Erfahrungen mit internationalen Produktionsstandards wie GMP oder GLP.

Bei jedem Karriereschritt sollte man sich gut überlegen, ob er richtig ist. Das gilt vor allem für den Einsatz als Post-Doc (Post-Doktorand). Wissenschaftler, die nach der Dissertation an einer Universität oder einer Forschungsstelle arbeiten, sollten diese Situation nutzen und internationale Erfahrung im Beruf sammeln.

“Wir sehen es gerne, wenn ein Bewerber eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit durchgezogen hat, am besten im Ausland”, sagt Professor Günther Benz, bei der Bayer AG in Leverkusen zuständig für Hochschulkontakte. Unter dieser Voraussetzung sind Post-Docs in seinen Forschungslaboratorien sehr willkommen. Aber der Post-Doc ist keine Garantie zur Festanstellung. “Externe Bewerber sind für uns viel interessanter, weil sie neues Wissen mitbringen”, sagt Benz. Die eigenen Post-Docs nehmen ihr Wissen aus dem Unternehmen mit zur nächsten Station. Die Mitarbeiter in den Forschungsabteilungen und Entwicklungsabteilungen sind dort nicht ewig beschäftigt: “Nach zwei bis drei Jahren ist ihr Potenzial, wissenschaftlich zu denken, für das Unternehmen meist erschöpft”, sagt Martin Lang von Kelly Scientific. Er empfehlt den Forschern und Entwicklern, sich im Voraus über die folgenden Karriereschritte zu erkundigen und wenn es sein muss sich weiterzubilden.

Im Beratungsbereich ergeben sich gute Jobmöglichkeiten für Apotheker.

Der Großteil der Pharmaziestudierenden- der Frauenanteil liegt bei 75%- bevorzugt in die eigene Klinik-Apotheke oder Apotheke. “Ursprünglich wollte ich Krankenhausapotheker werden, da hat man eher die Chance, mit dem Arzt auf Augenhöhe zu reden und nicht bloß ausführendes Organ zu sein”, erzählt Heinrich Meyer, Fachapotheker für klinische Pharmazie bei Sanicare.

Meyer ist außerdem für den Ausbau des Versandgeschäfts verantwortlich. Er entwickelt auch Werbe- und Marketingstrategien und verhandelt mit Krankenkassen Kooperationen. Mit seiner Tätigkeit ist er zu frieden. Er hat ein stabiles Gehalt und Sozialleistungen, Urlaub. “Als angestellter Apotheker habe ich es im Vergleich zu meinen selbstständigen Kollegen sehr komfortabel”, sagt er.

Die Einkommensstatistiken zeigen, dass das jährliche Vorsteuereinkommen von typischen Apotheken in den vergangenen Jahren gesunken ist. “Dafür arbeitet der Apothekeninhaber in der Regel 60 bis 70 Stunden pro Woche. Er muss außerdem selbst für Krankheit, Rente oder Erwerbsunfähigkeit vorsorgen und hat viel weniger Urlaub als ein Angestellter”, sagt Frank Diener von der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände ABDA.

Das Gehalt der Fach- und Führungskräfte in der Pharmaindustrie steigt im Durchschnitt um 3,9% im Jahr. Im Branchenvergleich befinden sich die Pharmagehälter weit vorn: zwischen 40.000 und 120.000 Euro bei Fachkräften, abhängig von der Berufserfahrung und Unternehmensgröße. Führungskräfte in Großunternehmen kommen sogar auf 150.000 Euro. Ein Leiter der Qualitätskontrolle bekommt im Durchschnitt 93.000 Euro.

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